Übergangs-Zeit-Schrift homo integralis
 
 

Editorial

Wozu nun noch diese Zeit-Schrift, da der "Markt" überquillt von Gedanken, Philosophien, Exoteriken, Esoteriken und Meinungen?

Das suchen wir nicht. Doch wir empfinden, daß ein Ort fehlt für den Austausch und die Sammlung jener Erfahrungen und Ereignisse zwischen jenen Menschen, die eine Brücke bilden wollen für das Leben. Eine Brücke, welche das menschliche Leben befreit aus den Gedankenkäfigen und Todesängsten des kleinen Ego, welche zu größerer Weite, größerem Bewußtsein und größerer Freude führt.

Diese Brücke sehen wir nicht in noch perfekteren Konsumgütern für unsere endlosen Bedürfnisse, auch nicht in der Flucht aus Materie und Körper in den reinen Geist. Diese Brücke vermuten wir in uns selbst, weniger im Kopf als im Herzen und im Leib, im Innersten unserer, aus dem ganzen Universum geschaffenen und so im Grunde mit all dessen lebendiger Weisheit zusammenschwingenden Zellen.

Dieses universelle oder göttliche Leben in unserer eigenen Materie wieder zu entdecken, wahrzunehmen und wahr zu geben, "Es" einander mitzuteilen, sich so zu ermutigen und freudig anzustecken, ist der tiefere Sinn dieser Übergangs-Zeit-Schrift.

Willkommen sind Beiträge aller Art, ob Gedichte, wissenschaftliche Beweise, Träume, Bilder oder Erzählungen.

Wichtig für eine lebendige Schwingung ist uns die Wahrhaftigkeit oder Authentizität im Miteinander, weshalb wir darum bitten, daß die Schreibenden und Lesenden weitgehend eins bleiben, d.h. wer etwas hierfür schreibt auch die anderen ließt und wer es ließt möglichst hier auch einmal etwas über sein Geheimnis des Lebens schreibt.
 

Als Ausnahme dieser Regel aber gleich zuerst einige Schwingungen von Menschen, die Wesentliche Akzente des Themas vorwegnahmen:

"Ich unterscheide jetzt ständig zwischen dem Leben in geraden Linien und scharfen Winkeln und dem Leben in Schwingungen. Im einen Leben ist alles schneidend, hart, kantig, und man stößt sich überall, und dann gibt es das Leben in Schwingungen, sanft, reizvoll, aber nicht allzu fest. Seltsam, es ist ein völlig anderes Leben. Sogar guter Wille ist aggressiv, sogar Zuneigungen, Zärtlichkeit, Anhänglichkeit - all das ist überaus aggressiv, wie Rutenschläge. Aber "das"...ist wie eine Kadenz, eine Wellenbewegung von solcher Fülle und Macht! Ungeheuer. Es stört nichts, verdrängt nichts, stößt nichts. Und in seiner so weichen Wellenbewegung trägt es das Universum." (Mira Alfassa)

"Der Mensch ist nicht der Gipfel der Evolution, er ist ein Übergangswesen. Wenn er sich nicht übertreffen kann, wird er übertroffen werden." (Sri Aurobindo)

"Wir stimmen weitestgehend darin überein, daß der ent- und unterscheidende Akzent dieser Welthaltung in Arbeit, Erkenntnis, Beziehung die Liebe sein wird, nicht aber als eine Sentimentalität, sondern als "Punkt Omega" einer Geistesverfassung, die selbstgewiß und herzoffen genug ist, um in gefühlter Resonanz mit allem übrigen Leben sein zu können. Die Welt zum Selbst machen, als das Subjekt ansehen, anstelle des kleinen privaten Ichs - das ist schon bei Laudse diese "Aperspektive", die Gebser als wichtigstes Charakteristikum des homo integralis ausgemacht hat." (Rudolf Bahro)

"Und sie tanzte. Sie tanzte mit der Musik und mit dem Rhythmus der kreisenden Erde. Sie drehte sich mit der Drehung der Erde, wie eine Scheibe, und sie wendete alle Gesichter gleichmäßig dem Licht und der Dunkelheit zu, und sie tanzte dem Tageslicht entgegen." (Anäis Nin)
 
 

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